Freitag, 30. August 2013

Wie es weiter ging

Die Zeit verging wie im Flug. Alles musste erledigt werden, sich von allen verabschieden, den Koffer versuchen zu schließen, ihn dennoch dreimal ein und ausräumen, da man auch nicht zu viel Übergepäck haben sollte. Aber am Ende habe ich es doch geschafft, ohne etwas zu vergessen, ihn zu zu bekommen. Und Zack war ich auf einmal bereit für meinen Flug.


Ein paar Tage vor meinen Abflug zog ich aus meinem Zimmer aus, damit meine Gastschwester, Kendal, aus Amerika in ihr Zimmer einziehen konnte. Und dann nach ein paar Tagen, die wir gemeinsam verbrachten konnten, war mein letzter Tag in Deutschland und ihr erster Tag in ihrer neuen Schule gekommen.



Am Flughafen
An unserer Hello/- Goodbye Party
Ihr erster Schultag und mein letzter Tag in Deutschland

Ich fuhr noch einmal in die Schule und verabschiedete mich von all meinen Freunden, aber viel Zeit blieb nicht, denn ich musste mich auch schon auf den Weg nach Frankfurt zu, Flughafen machen. 

Am Flughafen wurden noch die letzten Sachen gekauft und mit aller Kraft ins Handgepäck gequetscht. Es war mir zwar ein Rätsel wie ich mein Handgepäck später in das Fach über die Sitze bringen sollte, aber was ich noch gebraucht habe, musste noch rein.
Nachdem ich mich von meinen Eltern und Kendal verabschiedet hatte, traf ich schon die ersten anderen Austauschschüler. Wir würden alle gemeinsam nach São Paulo fliegen, was den langen Flug um einiges verschönerte!
Alles lief Glatt, von wegen Übergepäck und Orientierung, bis zur Sicherheitskontrolle. Etwas war nicht in Ordnung, und ich hatte zwei Vermutungen: 1. Mein Koffer ist zu schwer mit ca. 14 kg antstatt 7 oder 2. Sie nehmen mir meine Gastgeschenke weg, die aus Schokolade bestehen. Aber nein, keines der beiden war der Fall. Was ihnen mysteriös und sehr gefährlich vorkam war mein Klarinettenständer. Aber dann nach ein paar Tests durften ich ihn doch behalten.
Mein Flug bestand nicht größten Teils aus Schlafen, sondern eher daraus,  eine geeignete Schlafposition zu finden. Aber nach 12 Stunden flug kamen wir gut in São Paulo an und wir Austauschschüler mussten uns trennen und auf eigemer Faust den riesigen Flugahfen managen. 
Ehrlich gesagt glaube ich, dass dies ein Test von Rotary war, aber ich will nicht wissen, was passiert wäre, wenn ich diesen Test nicht bestanden hätte.

Als ich dann von nach São Paulo nach Ilhéus flog, merkte ich schon, dass ich in Brasilien war. Neben mir saß ein älterer Herr, der munter mit mir redet, selbst als ich ihm mitteilte, dass ich nicht besonders gut portugiesisch reden würde, aber das störte ihn jetzt nicht besonders und redete einfach munter weiter.

Als ich Ausstieg und meinen Koffer abgeholt hatte, sah ich meine neue Familie. 
 
Mein kleiner Bruder, mein Bruder der nach Taiwan geht, meine mãe, ich, mein pai, eine Freundin und mein großer Bruder

Und noch weitere Freunde, die mich alle herzlichst empfingen.

  
Ich muss ganz ehrlich sagen, es hätte kein schönerer Empfang und kein schönerer Tag sein können.

Der Ausblick aus meinem Zimmer

Montag, 26. August 2013

Wie alles angefangen hat

Alles fing damit an, dass wir im Stau standen. Meine Mama und ich saßen im Auto und fuhren eigentlich zu meinem Bewerbungsgespräch nach Neuenhaus, - eigentlich! Aber Murphys Gesetz wollte es mal wieder anders! Wenn es nicht nach vorn und nicht nach hinten geht, da kann man ja nur noch nach links oder nach rechts. Also entschieden wir uns einen Schleichweg zu nehmen, der dann aber doch sehr verschlichen war, und wir irgendwann mitten im Wald standen. „War ja klar, dass etwas passieren muss, ich bin ja nicht schon aufgeregt genug!“ Dennoch schafften wir es irgendwie uns durchzuwursteln und kamen doch noch pünktlich eine Minute zu früh an. „Glück gehabt!“
Das Gespräch war sehr angenehm und locker. Mir wurden viele Fragen gestellt, aber mehr über meine Beweggründe als eine Abfrage. Kurz für euch: Ich möchte diesen Austausch machen, um neue Leute kennen zu lernen. Nicht nur Leute aus meinem zukünftigen Gastland, sondern auch all die anderen tollen Austauschschüler aus aller Welt. Außerdem möchte ich eine neue Kultur kennen lernen. Ich möchte erleben, wie der Alltag in einem anderen Land ist, ich möchte erfahren, wie Traditionen gefeiert werden. Ich möchte reisen, Spaß haben, Freunde finden und nach diesem Jahr sagen: Das war das schönste Jahr meines Lebens!
Nach dem Bewerbungsgespräch war ich ziemlich erleichtert, aber trotzdem noch aufgeregt. Trauen sie mir zu in ein fremdes Land zu gehen und Deutschland zu repräsentieren? Werde ich diese großartige Chance bekommen? 


Und ja, ich bekam sie. Die Zeit verging auf einmal wie im Flug. Meine Zusage zum Austausch, meine Zusage nach Brasilien und die Nachricht von meiner Familie.

An meine erste Zusage kann ich mich noch sehr gut erinnern: Am 18 Juni 2012, bekam ich die E-Mail. Ich wusste nicht ob ich sie öffnen sollte, was wenn es eine Absage ist? Was wenn ich in ein paar Sekunden erfahre, dass ich nicht fahren darf? E-Mail öffnen.
An dieser Stelle würde ich euch gerne erzählen, was nun in der E-Mail stand, aber ich weiß es nicht mehr so genau. Ich kam nur über die ersten zwei Sätze, da überkamen mich vor lauter Freude die Tränen! Ich würde die großartige Chance bekommen!

Meine zweite Zusage stand zuerst ziemlich auf der Kippe, denn es wollten zu viele Leute nach Brasilien, und nicht alle diese Chance bekommen konnten. Es war der 24.11.2012: Nach zwei Orientations, wie man sie bei Rotay nennt, in denen es um unsere Vorbereitung für den Austausch ging, wurden wir den Ländern zugeteilt. Mein Wunschland war Brasilien, aber schon ein paar Wochen vor der Orientation, wo sie uns die Länder mitteilen wollen, bekamen alle Kandidaten, die Brasilien als Erstwunschland angegeben hatten, E-Mails, das leider nicht alle nach Brasilien fliegen können, da wir zu viele wären. Dies besänftigte mich nicht gerade, als die Länder nach der Namensliste vorgelesen wurde. Alle Austauschschüler saßen gespannt auf dem Boden. An die Wände hatte man Zettel aufgehängt, auf denen die Ländernamen standen, so konnten sich gleich alle Austauschschüler, die in das selbe Land gehen sich zusammen freuen.
Ich erinnere mich noch ganz genau an meinen Aufruf. „Csilla Klement?“ - „Hier!“ Im Hintergrund lief das Lied „Gustavo Lima – Balada Boa“. „Kennst du das Lied?“ - „JAA!“ - „Da kommst du auch hin!“

Alle Austauschschüler aus meinem Distrikt 1850


Meine dritte und letzte Zusage bekam ich von meinem Gastbruder, und meine Freude kannte keine Grenzen! Ich kam von der Schule, 23.04.2013, machte meinen Laptop an, und da war diese wunderschöne Nachricht!