Dienstag, 29. April 2014

Reisen und Kulturschocks

Schon lange habe ich keinen Blog mehr geschrieben, aber das liegt daran, dass seit Karneval so viel passiert ist, dass ich nicht die Zeit gefunden habe um mich ruhig hin zu setzten und euch auf zu schreiben, wie mein brasilianisches Abenteuer weiter gegangen ist. Aber nun habe ich endlich ein Stündchen gefunden, welches ich entbehren kann.

Nach dem Karneval stand schon wieder die nächste
Reise an und dieses Mal ging es in den Süden!
Genau gesagt ging es für mich nach Paraná, dem ehemaligen Heimatstaat meiner Schwester. Allerdings besuchte ich nicht ihre Stadt sondern die berühmten Wasserfälle "Foz do Iguaçu". Eine knappe Woche verbrachte ich dort mit um die 70 anderen Austauschschülern. Neben den wunderschönen Wasserfällen in Brasilien besuchten wir ebenfalls die argentinische Seite der Wasserfälle, wie auch Paraguay. Neben der wunderschönen Natur, die ich persönlich auf die Liste der Weltwunder gesetzt habe, besuchten wir nebenbei noch einen Vogelpark mit vielen exotischen Vögeln und Reptilien. Dies war sehr schön, da beinahe alle Vögel aus Brasilien kamen und sie mir somit echter vorkamen als Papageien in Deutschland.



Für mich war dieser Trip viel zu schnell vorbei, da meine letzte Reise einen ganzen Monat gedauert hat, hier habt ihr eine kleine Zusammenfassung der 11. Städte die wir mit 50 Austauschschülern aus 19 Ländern erkundigt haben:



Auf jeden Fall ging es nach der Wasserfallreise wieder nach Hause, allerdings in mein neues Zuhause, denn noch vor der Reise habe ich zum letzten Mal meine Familien gewechselt.
Ich erinnere mich noch genau als ich bei meiner ersten Familie eingezogen bin, und jetzt schon die dritte? Unvorstellbar.

So was passierte nach der Reise? Ich konnte leider keinen Blog schreiben, da uns das Internet so wie das Telefon abgeschnitten wurde. Meine mamae sagt, dass es irgendwelche Drogendealer gewesen wären, die das Kabel verkaufen würde. Bedankt! Aber auch der Strom fällt hier gelegentlich aus, doch ich muss sagen: Brasilien ist nicht gleich Deutschland und wenn man dafür den Strand quasi vor der Haustür hat, nimmt man das doch gerne in Kauf!
Was ich weniger gerne in Kauf genommen habe war der Streik. Vielleicht bekommt ihr das auch gerade ein bisschen aus Rio mit, aber ganz so schlimm war es hier nicht. Ob die ganze Situation in Rio wirklich so dramatisch ist wie ihn die Medien wieder geben, müsst ihr selber beurteilen, aber ich habe einige Freunde die in Rio leben und diese meinen, dass es in Rio "ruhig" ist. Auch war ich ehrlich gesagt überrascht, als ich in den deutschen Nachrichten gelesen habe, dass sich die Touristen in ihren Hotels versteckt haben, denn ich kenne so einige Leute die gerade Urlaub dort machen und ich von ihnen nicht dergleichen gehört habe. Natürlich ist Rio gefährlich, das Stelle ich auch gar nicht Frage! Auch hier in Brasilien wird in den Nachrichten von dramatischen Ausschreitungen berichtet, aber dann berichten die Leute vor Ort etwas anderes. Wenn ihr mich fragt, ist dies ziemlich verwirrend.
Was ich euch aber mit Sicherheit sagen kann ist, dass der Streik in Salvador nicht weniger dramatisch war als es berichtet wurde. 
Am 14.04. warf ich kurz vor dem Schlafen noch schnell einen Blick auf mein Handy und sah um die 40 neue Nachrichten aus meiner brasilianischen Klassengruppe ich übersprang die Nachrichten nur schnell, da es meistens uninteressante Hausaufgaben sind, aber dann sah ich ein Bild, welches nicht gerade nach Hausaufgaben aussah:

Dieses Bild stammt angeblich aus Salvador, der Hauptstadt meines Staates Bahia, und als ich mir die Nachrichten durchlas bekam ich mit, dass der Streik dort ausgebrochen ist. Nunja, dies war doch spannender als Hausarbeiten und zu aufregend um zu schlafen.
Streik in Brasilien läuft allerdings etwas anders ab, als man es aus Deutschland kennt. Nein, es laufen nicht ein paar Bürger mit Pfeifen und Pappeplakaten durch die Straßen, sondern gefährlicher. Die Busfahrer streikten für mehr Lohn und in diesem Fall läuft ein Streik nicht mit geparkten Bussen ab, sondern mit brennenden Bussen oder mit brennenden Straßen. Aber um euch genau erklären zu können wie der Streik hier abläuft, hätte ich es selber sehen müssen, aber als dannach noch die Polizei anfing zu streiken, verließ ich an dem Tag das Haus nicht. Am Tag davor lief ich noch an Polizisten vorbei, welche Maschinengewehre in den Händen hielten und dann ganz ohne Sicherungen den Kleinkriminellen auf der Straße zu begegnen, brauchte ich jetzt nicht unbedingt. 
In Salvador allerdings war die Stadt ein paar Tage tot, denn keiner verließ das Haus. Nach ein paar Tagen rückte eine Sonderpolizei an und nun ist alles wieder unter Kontrolle.


Aber trotz all dem machte ich kleine Wochenausflüge, zum einen verschlug es mich nach Itacaré mit einer französischen Austauschschülerin und ihrer Gastmama. Ja was soll ich sagen, etwas Sonnenbrand war da wohl vorprogrammiert.. 






Über das Osterwochenende ging es für mich in eine brasilianische Kleinstadt, der Heimatstadt meines papae (mein neuer Gastvater). Der Name der Stadt lautet Potiragua und hat 8.000 Einwohner, aber ehrlich gesagt, empfehle ich nicht es zu googlen, denn dann bekommt ihr einfalsches Bild. Das tolle an dieser Stadt war, dass sie so klein und ungefährlich war. In Ilhéus kann ich nachts nicht durch die Straßen laufen, selbst wenn Brasilianer sagen, dass Ilhéus auch nur eine Kleinstadt ist mit 220.000 Einwohnern. 


Hier wurde der Kreuzweg Jesu nachgestellt
Da meine Familie doch sehr religiös ist besuchten wir die Kirche am Karfreitag und ich muss sagen: Ich habe es geliebt! Alle haben zusammen gesungen, geklatscht getanzt und sogar geweint. Während meine Gasttante ein Gebet in ein Mikrofon rief, jubelte immer jemand "Hallelulja" oder "Amen".





Zurück in meiner Stadt habe ich zusammen mit meiner mamae und Schwester einen "Abrigo" besucht. Wenn man dieses Wort ins deutsche übersetzt, stoßt man auf ein Wort wie "Schutz" oder "Unterschlupf", welches die Sache ein wenig beschreibt. Es ist eine Art Altenheim, aber für arme und sehr kranke Menschen und kann es auf keinen Fall mit einem deutschem Gebäude vergleichen. Es ist eine kirchliche Einrichtung und Bilder wie diese werde ich nie vergessen. Zusammen besuchten wir sie und fütterten sie mit "Mingau", welches Haferbrei sehr ähnelt. Allerdings war es mit Mais angerührt und wurde dadurch für mich eher zu einem süßem Maisbrei, klingt vielleicht komisch, aber in einem Land in dem man Käse mit Zucker isst nicht besonders verwunderlich. Nachdem alle ihre Tasse Mingau getrunken hatten, wurden die Herrschaften schick gemacht, dies hieß für die Männer, dass sie rasiert wurden und für die Frauen, dass sie ihre Nägel gemacht wurden. Auch für Kinder, deren Eltern Drogen oder Alkoholprobleme haben, gibt es eine ähnliche Einrichtung und ich hoffe sehr, dass ich eine Gelegenheit finden werde um diese Kinder ebenfalls zu besuchen.



Acht Monate, beinahe neun Monate bin ich nun schon hier und ich hatte noch keinen Kulturschock. Ehrlich gesagt kam ich mir schon vor wie in Trance, dass ich vielleicht die Dinge nur von einer Seite, nämlich der schönen/der Touristenseite sehe. Sogar die "Gemeinden" (wie man sie hier in Brasilien aus Respekt nennt und nicht mehr wie euch bekannt als Favelas) wurde uns als bunt angemalte Häuser mit Musik und Grillpartys vorgestellt.


Aber nun hat es auch mich erwischt. Zuerst möchte ich euch eines erkären: Jaa, ich gehe hier zur Schule, aber da sie für mich in Deutschland nicht zählt, habe ich meine mamae einen Tag lang bei ihrer Arbeit im Krankenhaus begleitet. Und woran denkt ihn nun? An eine Ärztin die durch ein grell weißes Krankenhaus läuft, welches nach Desinfektionsspray riecht? Vielleicht hätte ich dies in Deutschland gesehen aber in Brasilien nicht. Dazu muss ich aber sagen, dass es ein öffentliches Krankenhaus war, was heißt, dass jeder ohne Krankenversicherung hier eine Behandlung bekommt, welche vom Staat bezahlt wird. Kligt doch eigentlich super, aber das war es nicht. "Oh heute ist gar nicht so viel los", sagte meine mamae, aber das kann ich in meinen Augen nichtso sehen. Die Flure standen voll mit Patientenbetten, welche zu schwach waren um sich die Fliegen aus dem Gesicht zu wischen, Augenringe so tied, dass man sich darin verlieren kann, und teilweise keine Gliedmaßen mehr. In den Zimmern waren mindestens sechs Personen untergebracht, in dem Kinderzimmer waren es um die 20. Durch die meisten Räume zog sich ein unangenehmer Geruch von Urin und meine mamae meinte, dass der schlimmste Bereich an diesem Tag geschlossen wäre, ich weiß nicht wie viel schlimmer es hätte sein können. Selbst Stromausfällte kommen hier gelegentlich vor und ich frage mich und euch ganz ehrlich: Ist ein Stadion wichtiger als diese Menschenleben?
In dem Krankenhaus haben mich die Leute doch sehr teilweise kritisch angeguckt und mir wurden Sätze gesagt wie "Jaha, das ist Brasilien!" oder "In Deutschland habt ihr keinen armen Leute.". Natürlich meinte dies keiner böse, und ich ziehe meinen Hut vor jeder einzelnen Person, die Tag für Tag in dieses Krankenhaus unter diesen Bedingungen arbeitet um kranken Menschen zu helfen.
Meiner Meining nach ist Brasilien nicht bereit der Gastgeber der Weltmeisterschaft zu sein und ich verstehe nicht wieso die Welt es nicht versteht oder es nicht sieht! Und damit Teile ich die Meinung einiger Brasilianer, alle mit denen ich mich über die Weltmeisterschaft unterhalten habe, halten dieses Fußballspektakel für keine gute Idee. Und es ist spührbar, man hat die Stimmung noch nicht, beschweren sich die meisten Brasilianer. Ich weiß nicht wie es normaler Weise vor einer WM ist, aber die ganze Stadt ist in grün - gelb geschmückt und im Fernseher läuft Werbung für die Weltmeisterschaft rauf und runter. Was ich ebenfalls sehr interessant finde ist, dass hier auch immer von dem großen Fortschritt Brasiliens im Fernseher berichtet wird, zum Beispiel der große Straßenausbau oder ähnliches. Aber muss man darüber wirklich im Fernseher berichten? Wenn es ein so großer Fortschritt wäre, würde man es dann nicht von alleine bemerken?
Häufig werde ich gefragt für wen ich denn meine Daumen drücken werde, und wenn ich "Brasilien" sage, werde ich von meinen deutschen Freunden ausgebuht und von Brasilianern in den Arm genommen. Aber die Brasilianer sind sich nicht sicher wem sie ihre Daumen drücken werden, da dieses Land das Geld besser in Bildung oder Krankenversicherungen stecken sollte (so wird es mir häufig erklärt) und die Regierung nicht diese Bestätigung bekommen sollte.
Aber wenn ich so drüber nachdenke, finde ich, dass die Weltmeisterschaft nun nicht zu besuchen auch keine Lösung wäre, denn dann würde Brasilien total auf die Nase fallen.

Dies waren nun erstmal alle Neuigkeiten und ich bin jetzt erst einmal bis Mitte Mai nicht erreichbar, denn meine nächste Reise ruft!

Bis nach meinem nächsten Abenteuer,
Küsschen,
Csilla

https://www.youtube.com/watch?v=pChBIBDZm5w

Dienstag, 11. März 2014

Salvador meu amor da Bahia

„Bora no Carneval“ - Freitag der 28.02.2014



48 Stunden vorher wusste ich nicht einmal, dass ich überhaupt ein Abenteuer erleben würde, aber es wurde zu einem der größten Erlebnisse in meinem Austausch.


Mein erster Gastbruder, sein Kumpel und ehh mein Gastpapi


Musik, Tanz, Hitze, Bass, Gustavo Lima, Austauschschüler, Lepo Lepo, wunde Füße, wenig Schlaf, dem Klima von Brasilien und den größten Karneval der Welt habe ich hinter mir. Und nein, der größte Karneval der Welt ist nicht in Rio de Janeiro, sondern im wunderschönen Salvador, wo es mich dieses Jahr hin verschlagen hat. Ich bin mir sicher, dass die meisten von euch jetzt an die Sambaumzüge aus Rio denken, aber der Karneval in Salvador ist ganz anders. Zuerst einmal ist er riesig groß und proppen voll und im Gegensatz zu Rio steht Samba nicht an erster Stelle.





http://www.youtube.com/watch?v=xupOVVji-xw

So eine Art von Musik lief größten Teils, und ja, die Umgebung war dieselbe. Wie man in dem Video gut sehen kann, waren die Berühmtheiten oben auf einer Art Truck und heizten die Leute an, und die Leute in den gelben T-Shirts haben diesen Truck umtanzt. Zwei Tage lang ging es für uns Austauschschüler los, jeden Tag mit einem anderem T-Shirt und einem anderem Truck. 



Mexiko, Taiwan, Slowakei, Deutschland, USA, Deutschland und Österreich
Ehrlich gesagt kann ich das gar nicht so richtig beschreiben, was ich erlebt und gesehen habe, ich kann nur sagen, dass man Brasilien nicht in Worte oder in Bilder fassen kann, es ist ein Gefühl. Und wenn dann in Brasilien noch so verrückte Austauschschüler sind, wie kann dann ein Karneval nicht perfekt sein? Es war die wohl größte meine Feier meines Lebens und ich weiß nur, dass ich eines Tages zurück gehen werde. 





 Und damit ihr euch mal die ganze Masse an Menschen vorstellen könnt hier ein Bild von euch, dass von einem Hochhaus gemacht wurde:




Aber es gibt natürlich nicht nur diese Art von Karneval für die, meine Omi würde "Junge Hüpfer" sagen, sondern auch ganz viele kleine Karnevals durch die Straße. Und zu denen bin ich an meinem letzten Abend in Salvador mir meiner ersten Gastfamilie gegangen. Wir liefen zu einem Restaurant und schon auf dem Weg zu ihm begegneten uns bestimmt 5 kleine Karnevalsumzüge, die man wegen der Trommeln schon aus 1 km Entfernung hören konnte. Aber wir trafen nicht nur auf Karnevalsumzüge sondern auch auf eine Polizeiketten, denn Karneval ist schon ein wenig riskant im Lande Brasilien. Aber selbst wenn einmal eine Schlägerei entstand, dauerte es keine 10 Sekunden und die Situation wurde bereits von der Polizei geklärt.

Von dem kleinem Restaurant aus sahen wir allerhand Umzüge, die tanzend auf eine kleine Bühne liefen, circa 10 Minuten Musik machten und dannach von den nächsten abgelöst wurden. Einfach alles an diesem Wochenende hat mich verändert, und nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich habe ich mich verändert. Meine Gasteltern erzählten ganz stolz: "Csilla ist keine deutsche mehr, sie ist jetzt bahianerin" Und ja, hier ist der Beweis:






Achja und keine Sorge, der Hippie neben mir ist niemand anderes als mein Gastpapa! Er genießt Kokoswasser und ich verkaufe Acarajé, eines der berühmtesten Essen hier in Bahia. So berühmt, dass mir jeder, den ich neu treffe dies als eine der ersten Fragen stellt, ob ich es schon gegessen hätte und es mögen würde. Mittlerweile nach sieben Monaten sind diese Fragen eigentlich überflüssig, man sollte mich besser fragen, wie ich in Deutschland ohne es auskommen werde..
 









So eine Sache will ich noch loswerden, was ich dieses Wochenende erlebt habe: Was hat man so in Deutschland normalerweise als Haustier? Vielleicht ein Hund oder eine Katze, vielleicht sogar mal einen Hamster, aber mein Onkel hier in Brasilien, nunja, hat da die brasilianische Variante von Haustieren im Angebot. So ist es dazu gekommen, dass ich dieses Wochenende zum ersten mal in meinem Leben eine Schildkröte (eine spezielle Art, welche an Land lebt) hochheben durfte..



 Und einen Papageien fütterte..



Und als es dann wieder auf den nachhause weg ging, wollte ich ehrlich gesagt gar nicht weg, aber das nächste Abenteuer klopfte schon wieder an meiner Tür.. dazu bald mehr!

Sonntag, 23. Februar 2014

Eine Neue Welt In Meiner Neuen Welt

Am 6.1. in aller morgens frühe ging es weiter, weiter nach Lençóis:




Brasilia kannte man ja noch, Hauptstadt Brasiliens und so, aber Lençóis? Wahrscheinlich geht es euch auch genauso. Wie kann ich euch diese Stadt am besten beschreiben? Also hätten wir genauso wie in Brasilia uns auf Sightseeing bezogen, hätten wir nach zwei Minuten weiter fahren können, denn diese Stadt ist klein, sehr klein sogar. Genauso klein wie ihre Stadt ist auch ihre Welt, so wurden wir Austauschschüler immer mit ganz großen Augen angeguckt und konnten sich die Leute, so glaube ich, keine 20 Länder vorstellen, wo wir alle her kommen sollten. Da Lençóis eine so kleine Stadt ist, gab es für uns kein Hotel, sondern eine kleine Pousada, und da die Straßen nicht aus Asphalt bestehen, mussten wir unseren schönen großen Bus verlassen und auf Vans umsteigen. Als wir bei der Pousada total durchgeschüttelt ankamen, wurden uns unsere Häuschen gezeigt und dann war es auch gut für den Tag, denn am nächsten Tag stand viel auf dem Programm.



 
Am ersten Tag stand wandern auf dem Plan (so wie sich heraus stellte auch an den anderen Tagen). Am Vormittag ging es zu Naturpools und zu einer Natur-rutsche, die zwar sehr schmerzhaft war, aber der Spaß war es wert!


Am Nachmittag ging es mit 100en von Mückenstichen weiter auf dem Weg zu Diamanten und einem Naturfarbkasten. Leider fanden wir keine Diamanten in den Höhlen, allerdings fanden wir an den Wänden Farben. Eigentlich war es verboten die Wände an zufassen, da man nicht weiß, wann diese "Diamantenberge" einstürzen würde, aber selbst unser Tourguide versuchte sein Glück bei der Diamantensuche.







Dann wanderten wir wieder weiter und kamen zu einem anderem Naturpool, welcher aber einen, wie soll ich es nennen, Naturfarbkasten hat. Die Farbe erinnerte mich an die Farbe die Steinzeitmenschen damals benutzt haben. Aber anstatt die gute Farbe an die Wände zu malen, bräunten wir uns etwas mit ihr.





Am nächsten Tag, wie kann ich es sagen, sahen wir unglaubliches. Eine Aussicht wie aus einem Bilderbuch. "Champada Diamantina" heißt das kleine Wunder der Natur, welche wir in aller Frühe bestiegen. Den Ausblick kann man gut mit dem Grand Canyon vergleichen








Aber nicht ewig konnten wir in den Wolken schweben, denn unser nächstes Ziel lag unter der Erde. Alle Austauschschüler machten sich auf in eine Tropfsteinhöhle, welche, wie es sich in Brasilien anbietet, einen Pool hatte:


Und zu Ehren für uns Austauschschüler wurde sogar das Monster der Höhle erweckt.


Ehrlich gesagt, war die Temperatur zum ersten Mal richtig angenehm, und um diesen Moment zu  genießen schalteten die Tourguides in der Mitte der Höhle alle Lichter aus. Ab diesem Moment aus hat man nichts mehr gesehen und auch nichts mehr gehört.

Aber mit dem nichts mehr sehen und hören war es am Abend schnell wieder vorbei. Bei uns stand Capoeira tanzen auf dem Plan. Capoeira ist eine Art brasilianischen Tanzkampfes, die bei Profis so aussieht:

Danach durften wir uns auch einmal versuchen, welches allerdings etwas anders aussah..

Und so endete unser kleines Abenteuer im kleinem Lençóis. Aber damit endete die Reise lange noch nicht, denn am nächsten Tag ging es sofort weiter.. .


Donnerstag, 6. Februar 2014

Die Traumreise fängt an

31 Tage lang mit 49 Austauschschülern durch 9 Städte des Nordostens Brasiliens und wohl einer der berühmtesten Städte der Welt.

Unsere Reise wurde von ehemaligen Austauschschülern auf den Namen "Viagem Dos Sonhos" - "Reise der Träume" getauft. Und ganz ehrlich muss ich sagen, dass ich nach meiner ersten Nacht in meinem brasilianischem Zuhause zweimal nachdenken musste, ob es wirklich alles ein Traum war oder ob ich all diese wunderschönen Sachen tatsächlich erlebt habe. Aber neben meinem Bett stand noch der voll gepackte Koffer, welcher mit lauter neuen Erinnerungen gefüllt war, auf meinem Laptop fand ich all die unbeschreiblichen Fotos und dank durch mein Handy fand ich lauter Nachrichten von neuen Freunden aus aller Welt.

In dem vergangenem Monat habe ich so viele Dinge erlebt, die sich nur so schwer in Worte fassen lassen, deswegen habe ich beschlossen euch all meine Abenteuer in kleinen Abschnitten zu beschreiben.
 Wenn ich jetzt zurück denke an diese wunderschöne Zeit, kommt es mir so vor als ob es schon ewig lange her wäre, obwohl die Zeit so schnell vergangen ist.

Für mich ging es von Ilhéus aus nach Sao Paulo:


In Sao Paulo fing schon mein erstes kleines Abenteuer an: Bei meiner letzten Reise nach Pantanal wurden wir von einer Frau unserer Reiseorganisation abgeholt und zusammen zum Hotel gefahren. Deswegen bin ich davon ausgegangen, dass es diesmal genauso ist. Aber als ich mit Herzklopfen aus dem Ausgang lief, war niemand weit und breit zu sehen, der Interesse daran haben könnte einsame Austauschschüler aufzupicken. Also lief ich ein wenig alleine durch die Gegend, in der Hoffnung, nunja, eigentlich hatte ich keine Ahnung worauf ich hoffte, da kam ein junger Mann auf mich zu und sprach mich an (Ich trug mein Rotary-Shirt): "Are you an exchaneg studen?" -"Yes!" - "Are you from Rotary?" - "Yes!" - "Are you lost?" - "Yes!" Dann erklärte er mir, dass sein Vater der Rotarypräsident von dem Distrikt Sao Paulo wäre und er dadrüben im Café sitzt. Also lief ich munter mit ihm mit und erzählte der Kleinfamilie mein Problemchen, die gerade auf ihren Sohn warteten, der aus Belgien zurück kommen würde. Nachdem ich meine Geschichte fertig erzählt hatte, bat der Vater mich ein bisschen zu warten und ging kurz telefonieren. Nachdem ich auf einen Café, ein Wochenende in Sao Paulo und eine Shoppingtour eingeladen wurde, stand plötzlich der Vater wieder neben mir mit einem Mann unserer Reiseorganisation (BeloBrasil). Also wenn ich eines gelernt habe, Kontakte sind alles und ein Dank, dass Brasilianer so offen sind.

In Sao Paulo war aber nur das erste kleine Treffen, wir blieben nur eine Nacht in Sao Paulo und am nächsten Tag brachen wir auf nach Brasilia:


Brasilia ist die dritte Hauptstadt Brasiliens und die viertgrößte Stadt Brasiliens. Brasilia wurde als Hauptstadt gebaut, wenn man euch den Plan genau ansieht, erkennt man, dass Brasilia die Form eines Flugzeuges hat. Es gibt keine Straßennamen, nur Blocks, welches die Fahrten in der Stadt selber nicht gerade erleichtert hat.
Brasilia ist eine wunderschöne Stadt, aber trotzdem habe ich mich nicht unbedingt wohl gefühlt, ich kam mir vor wie in dem Film "TruemanShow", da ich das Gefühl hatte, dass jeder Baum und jede Blume genau dort steht um ein Teil der Hauptstadt Brasiliens zu sein.

In der Stadt Brasilia verbrachten wir nur einen Tag und verbrachten diesen mit einer langen Citytour.

Kathedrale von Brasília

Congresso National



Esplanada dos ministerios


Unsere Gruppe hat es geschafft diesen netten Herren auf dem Bild zum Lachen zu bringen. Unser Betreuer meinte, dass wir die erste Gruppe von Austauschschüler sind, die dies geschafft haben. Wie wir dies allerdings geschafft haben ist ein Geheimnis. Ich kann nur empfehlen es selber auszuprobieren.


Tempel des Guten Willens (Eines der sieben Weltwunder)
Tempel des Guten Willens wird dieses pyramidenförmiges Gebäude genannt. Im innerem wurde uns eine Art Schürze gegeben, da wir nicht erlaubt waren in kurzen Hosen einzutreten, dies sah ungefähr so aus:

Im Hintergrund kann man den Boden erkennen (schwarz weiß). Zuerst folgt man den schwarzen Fliesen, bis man in der Mitte des Saales angekommen ist, wenn nun nach oben blickt sieht man einen Kristall. Man bleibt ein paar Sekunden dort stehen und wird dadurch gereinigt. Anschließend folgt man den weißen Fliesen, die einen wieder in Spiralenform aus dem Kreis führt.



Am sechsten Januar ging es weiter nach Lencois, wo wir uns die Füße wund liefen, wo unser Tourguide uns eine Geschichte so genau nacherzählen wollte, dass er einen Berg heruntersprang und wo wir unsere erste Tanzstunde hatten und noch vieles weitere erlebten, aber dazu bald mehr.

Freitag, 13. Dezember 2013

Aufbruch in mein neues Zuhause

Meine erste brasilianische Familie, mein erstes brasilianisches Haustier, mein erstes typisch brasilianisches Essen, mein erster Weihnachtsbaum aus Plastik, mein erster brasilianischer Film, meine ersten Monate in Brasilien habe ich in diesem Haus verbracht und nun ist umziehen angesagt. Mit diesem Haus verbinde ich meine ersten Erinnerungen in und an Brasilien. Wenn ich drüber nachdenke nur positive und jede war so besonders. Egal ob es wirklich ums exotische Essen ging oder ums portugiesisch lernen oder einfach ganz andere Verhaltensweisen in Brasilien, ich habe sie hier kennen gelernt. Angekommen bin ich mit drei Taschen, verlassen habe ich es mit sieben, klingt allerdings schlimmer als es wirklich ist, denn ich denke, dass meine Mama begnadeter ist beim Einpacken als ich es bin.

Ich war wortwörtlich am sieben Sachen packen
Aber nicht nur, dass sich irgendwie drei Taschen mehr dazu geschlichen haben, sind meine Koffer sind auch voll mit Erinnerungen. An meinem Blazer könnt ihr sehen, dass er sich gefüllt hat, zwar ist er für meinen Geschmack immernoch viel zu leer, aber ich bin mir sicher, dass sich das noch ändern wird.
Abschiede, wer mag das schon? Also meine erste Gasteltern ganz bestimmt nicht, denn sie verließen das Haus schon extra früher, da sie nicht sehen wollten wie ich das Haus verlasse.Kurz darauf holten meine neue Gastmama und meine Schwester mich ab und als wir es irgendwie geschafft hatten all meine Sachen in dem Auto unterzukriegen, blieb mir noch ein letzter Blick zurück, aber ich muss sagen, ich war sehr glücklich. Nicht, dass ich all dies verlassen werde, sonder weil ich wusste wie toll meine neue Gastfamilie ist und das es eine tolle Zeit werden würde.

Kurz für euch zur Info, man wechselt von Rotary aus die Familien, ich wechsle nicht, weil ich irgendwelche Probleme hätte. Mir persönlich gefällt dieses Prinzip, da man dadurch verschiedene Familien, mehr Leute, andere Sitten, andere Häuser, mehr Geschwister und andere Freiheiten kennen lernt. Natürlich ist es immer schwer Abschied zu nehmen, aber man bleibt ja in der selben Stadt und daher kann man sich immer noch sehen.

Angekommen in meinem neuem Haus hatte ich ein Dauergrinsen in meinem Gesicht, es ist einfach unbeschreiblich anders, und genau das gefällt mir. Nein, es ist nicht so, dass mir mein altes Zu hause nicht gefallen hat, aber es ist doch viel spannender, wenn es unterschiedlich ist!

 




Das Haus, in dem ich wohne ist quasi ein Apartment, in dem beinahe die ganze Familie wohnt, immer in verschiedenen Stockwerken, also hat man immer volles Haus und wird nie alleine sein. Als ich ankam wurde ich auch schon von meinem "kleinem" Bruder und einem Schokokuchen empfangen.











Abend kamen dann so ziemlich das ganze Haus zusammen um mich zu begrüßen, und meine neue mae hatte einfach wunderbares Essen hergerichtet (neben dem Schokoladenkuchen noch eine Marakujatorte und eine Art Tortensandwich).



                      

Und nun bin ich hier erst vier Tage und fühle mich schon wie einen Teil dieser Familie. Was vielleicht noch erwähnenswert wäre, dieses Haus hat es geschafft mich in Weihnachtsstimmung zu versetzen. Ja, ungelogen trotz kurzer Hosen, T-Shirts und Flip Flops bekam ich das Gefühl, dass Weihnachten in der Luft liegt, denn das ganze Haus ist weihnachtlich geschmückt.







Freitag, 6. Dezember 2013

Leere Schuhe an Nikolaus

Advent, Advent, kein Lichtlein brennt

- so ähnlich war mein erster Advent in Brasilien.
Hier in Brasilien gibt es nicht so viele weihnachtliche Bräuche, wie die, die wir in Deutschland pflegen. Zum Beispiel habe ich gestern Abend noch einmal sicherheitshalber meine Schuhe geputzt und sie auf meine Terrasse gestellt, aber heute Morgen waren sie leer. Ich habe drei Vermutungen wo das Problem seien könnte: 1. In Flip Flops kann man keine Geschenke verstecken, 2. Eine Papaya wäre einfach viel zu groß als Ersatz für die Mandarinen und würde die Flip Flops wohl kaputt machen oder aber 3. dem Nikolaus war es einfach zu heiß in seinem dicken Mantel, sodass er es sich anders überlegt hat. Und da man jeden anderen Erwachsenen, der mit einer Weihnachtsmütze und einem Sack vor meiner Balkontür gestanden hätte, vermutlich einbuchten würde, gab es dieses Jahr nichts zum Nikolaus.

Einen anderen wunderschönen Brauch kennt man hier in Brasilien ebenfalls nicht. Als ich ihn gestern Abend meiner Familie zeigte, reagierten meine Brüder mit einem: „Häh Mama, wieso haben wir so etwas denn nicht?" Vielleicht könnt ihr euch ja schon denken worum es geht? Die Tradition, die wohl von allen Kindern am Meisten geliebt wird: Der Adventskalender. Der schwierige Teil bestand nicht darin, ihnen zu erklären wie das System funktioniert, sondern die Herausforderung war, ihnen das Wort "Adventskalender" beizubringen.

Aber als dann alle ihre Geschenke bis zum fünften Tag auspacken durften, machten wir stolz ein Foto:



Auf der rechten Seite könnt ihr unseren Weihnachtsbaum sehen. Allerdings ist er nicht halb so groß wie er aussieht, er steht auf einem Tisch. Und zum ersten Mal hat meine Familie nicht das Problem, dass der Baum nadelt, sondern dass der Schnee fällt. Denn eigentlich ist das Bäumchen grün, aber es wurde so viel Styropor auf ihn gepackt, dass unser Hund in der guten Hälfte baden konnte. Ebenfalls ist der Weihnachtsbaum nicht echt oder doch echt, nämlich echt aus echtem Plastik.

Darauf euch allen einen frohen Nikolaus mit etwas Schnee und einem an jedem Tag gut gefüllten Adventskalender!

P.S.: Dieser Blog wurde auf meinem sonnigen Balkon verfasst.

Donnerstag, 28. November 2013

Pantanal und Bonito - Superadventure






"Vai com deus!", dies waren die Worte, die mir unsere Hausfrau zu rief, während mein pai versuchte meinen Koffer in den Kofferraum zu hieven. Ich hatte die Wahl gehabt zwischen meinem Handgepäckköfferchen und meinem großen "Brasilienkoffer", vielleicht könnt ihr euch denken, wie die Entscheidung ausgegangen ist. Am Flughafen fand ich Emily, aus Taiwan, die mit mir zusammen die Reise antreten würde. Als wir zur Sicherheitkontrolle gehen wollten, nahmen mich meine paes noch einmal in den Arm und verabschiedete mich.








Die Reise ging wohl los mit dem schönstem Flugzeug auf der Welt:








Nach ein paar Apfeltaschen, sinnlosem herumsitzen, Flughafen erkunden, Leute beobachten, Gratisessen im Flugzeug, Harry Potter auf portugiesisch und dem Tauschen meines Fluges, kamen wir in Curitiba an.






Und jetzt mal Hand aufs Herz, wer von euch hat gedacht, dass es in Brasilien immer warm ist? Diejenigen muss ich jetzt leider enttäuschen , denn als wir am nächsten Morgen in den Bus einstiegen, zeigte das Thermometer ganz knapp noch eine zweistellige Temperatur an. Nach einem Tag im Bus sitzen, schlafen, essen , Karten spielen, Filme gucken, Musik hören, singen und neue Leute kennen lernen, kamen wir am sehr spätem Abend in Bonito an.








Und die Stadt macht ihrem Namen alle Ehre! Aber dies würden wir in den nächsten Tagen erleben. Einer der vielen Schönheiten bekamen wir schon am nächsten Tag zu sehen:




Einen Tucan! Wir sahen ihn während unserer Riferraftingtour. Bei einem bin ich mir ganz sicher, wenn das ganze nicht mit einer Wasserschlacht geendet wäre, hätten wir noch mehr Tiere sehen können. Aber nachdem wir auch den letzten Wasserfall herunter gerutscht sind, dümpelten wir so lange im Wasser herum, bis wir wieder zum Hotel zurück mussten.






Der erste Tag war schon einmal sehr gelungen und der zweite sollte es auch werden, denn an diesem Tag gingen wir Wasserfälle besuchen.


Wir teilten uns in Gruppen ein und wurden in Neoprenschuhe gepackt und mit Schwimmwesten verschnürt. Nachdem wir ein Stückchen mit einem Track gefahren sind, wanderten wir durch einen Urwald zu den Wasserfällen. Ich weiß nicht wie viele Wasserfälle wir besucht haben, aber es war schon witzig, dass sie trotzdem alle anders waren und alle besonders waren.



Wasser stand auch wieder auf dem nächsten Tagesplan, aber dieses mal mehr unter Wasser. Wir waren schnorcheln und es war einfach wunderschön, eine halbe Stunde unter Wasser gewesen zu sein; diese Stille und die Nähe der Fische, es war einfach unbeschreiblich!


 Und als ob das Morgenprogramm nicht schon gut genug gewesen wäre, ging es am Nachmittag genauso gut weiter. Wir besuchten eine Schlangenfarm. Zuerst dachten wir, dass uns ein langweiliger Vortrag von wegen Schlagen und Menschen und Natur gehalten werden würde, aber dem war nicht so! Der Vortrag fing ungefähr so an: "Alles was ich jetzt bin, mein Familie, mein Beruf, meine Schlagen, mein Leben, all dies habe ich dem zu verdanken, dass ich genauso wie ihr, ein Rotaryaustauschschüler war." Und es gelang ihm tatsächlich alle zu überzeugen eine Schlange zu berühren, selbst wenn manche unter Tränen versuchten Widerstand zu leisten, seine Überzeugungskraft war zu gut.



Am nächsten Tag standen wir früh auf und fuhren mit dem Bus zu einem kleinem Supermarkt und kauften kleine Spielzeuge. Denn wir würden an diesem Vormittag einen Kindergarten besuchen, in den Kinder aus ärmeren Verhältnissen gehen. Wir spielten den ganzen Vormittag mit ihnen und eigentlich machten sie einen ganz glücklichen Eindruck, aber als man uns nachher Geschichten von ihnen erzählten, wurde einem doch ganz anders. Es ist halt eben eine andere Welt.



Als nächstes führte uns unser Weg zu einer wunderschönen Tropfsteinhöhle. Eigentlich kennen wir ja alle Tropfsteinhöhlen in/- und auswendig und diese spannenden Führungen, wo man einem andrehen will, wie einzigartig diesen Stalagmiten sind. Aber diese Höhle war anders, hier ging es nicht darum, was jetzt Stalaktit, Stalagmit oder Stalagnat sind, sondern es ging um das Wasser. Durch die Sonne und einer Reflexion des Wassers scheint es in einem wunderschönem Marineblau.



Am Abend ging es dann in die Innenstadt von Bonito! Uns wurde Eis ausgegeben, aber ohne Witz, dies war einer der schwersten Entscheidungen, es gab circa 30 verschiedene Eissorten, von denen man sich für zwei entscheiden sollte. Auch wenn ich persönlich mehr als die Hälfte nicht kannte, da es irgendwelche exotischen Früchte waren hätte ich am liebsten alle probiert.




ZACK! So ging es am nächsten Tag weiter! Der Tag war gefüllt mit Programm: Zuerst ging es wieder aufs Wasser. Wir setzen uns zuerst in "Donouts" die mit Luft gefüllt waren und glitten mit ihnen einen Fluss mit kleinen Wasserfällen hinunter. Anschließend ging es weiter mit dem Bogenschießen, wobei wir Austauschschüler selbst die Sicherheitswand durchschossen. Zum Schluss gingen wir noch in einen Hochseilgarten, bis zu 15 m über dem Boden kletterten wir munter mit Kabinerhaken, Netzen und Drahtseilen. Als Krönung gab es am Ende eine Seilbahn die uns ins angenehm kühles Flusswasser rutschen ließ.

Als wir darauf warteten, dass alle Gruppen ihre Aktivitäten beendet hatten, bekamen wir eine weitere Schönheit zu sehen. Einer Freundin gelang ein perfekter Schnappschuss :


Dies war ein wunderschöner letzter Tag in Bonito, im Morgengrauen würde es weitergehen und zwar nach Pantanal.



Und damit ging die Katastrophe los. Alles lief eigentlich glatt, wir schliefen. redeten, aßen, redeten, schauten filme, redeten und so weiter aber dann machten wir auf einmal Halt mitten im Nirgendwo. Zuerst dachten wir noch, dass die Busfahrer sich verfahren hatten, aber als dann der Motor ausging und damit auch die Klimaanlage fragten wir uns schon was los war. Uns wurde erklärt, dass unser Bus leider kaputt gegangen wäre. Am Anfang war es kein Problem, durch das Lautsprechermikrofon sangen wir Karaoke und machten eine kleine Feier im Bus. Aber mit der Zeit wurde es heißer und heißer und da die Sonne zu stark war und es draußen kein Schattenplätzchen gab mussten wir mit alleman im Bus bleiben. Sagen wir so, mit der Zeit wurde es etwas stickig und heiß, so heiß und stickig, dass wir nach einer Stunde den Bus verlassen durften und an die frische Luft durften
 und somit das Mückenbuffet eröffneten. 
Insgesamt mussten wir mehr als eine Stunde auf den nächsten Bus warten, da wir ja irgendwo im nirgendwo waren. Aber als der Bus dann endlich ankam, ging es weiter. Zwar hatte dieser Bus auch keine Klimaanlage aber dafür Fenster. Nunja, sagen wir so, der Bus war etwas speziell, aber auf jeden Fall war er etwas besonderes!

Nachdem unser Track dann auch noch eine Reifenpanne hatte kamen wir endlich in unserem Hotel an. Wir alle wollten einfach nur eine Dusche nehmen und sich ein bisschen bewegen, aber da wir soviel Zeit verloren hatten, mussten wir unser Tagesprogramm doch noch durchziehen. Also ging es für meine Gruppe direkt nach dem Ankommen los auf eine Safari. Obwohl jeder eine Dusche und ein Abendessen bevorzugt hätte machten wir uns los in einem Track. Wir fuhren dem Sonnenuntergang entgegen, wobei wir uns fragten, wie wir denn Tiere finden sollten und sie fotografieren sollten, wenn es denn schon dunkel sein würde. Aber die ersten Tiere die wir sahen waren Kühe, Pferde, Aligatoren, Eulen, Straße.. nichts so besonderes. Ja klingt vielleicht etwas verwöhnt, aber all
diese Tiere hatten wir schon im Hellen gesehen.


Und da es mit der Zeit schon stock düster war, konnten wir kaum noch Bilder machen und da vor lauter Mücken unsere Kameras sie fokussierten, sieht das beste Bild des Highlights der Safari so aus:



 Ja, wir konnten unseren Augen kaum glauben und auch die Safarileiter bestätigten uns unser Glück, denn dieses Ozelotbaby sahen wir als einzige. 
Das waren uns dann alle Mückenstiche wert, denn wann bekommt man so eine Chance ein weiteres Mal, außer im Zoo? In der deutschen Natur ganz bestimmt nicht.  



 
 Am Abend ging das Programm weiter: Übernachten in der Wildnis mit Lagerfeuer, Kartoffeln, Marshmallows, Gitarren, Gesang, Talentshow der Länder und Taschenlampenbilder. Aber dann  wurden wir gewarnt: Wenn sie uns sagen, dass wir in unsere Zelten gehen sollen, müssen wir dort bleiben. Denn hier gibt es Schlangen und ein gefährliches Tier, welches das Geräusch von Zähnen die aufeinander schlagen machen. 
Irgendwann mitten in der Nacht bin ich wach geworden und tatsächlich habe ich die Tiere gehört. Schnell machte ich all meine Mitzelter wach und wir lauschten dem Klappern der Zähne und waren total aufgeregt. 
Als wir am nächsten Tag nach dem Namen der Tiere fragten, verrieten sie uns, dass die Tiere gar nicht gefährlich waren, sie wollten nur nicht, dass wir die Zelte verlassen. 


Der nächste Tag und letzte Tag fing damit an, dass wir eine Wandersafari machten. Allerdings sahen wir kein einziges Tier nur Mückenstiche. Nach dieser Safari durften wir unser Glück beim Fischen versuchen:

Allerdings hatte sie Sache recht wenig mit fischen zu tun, eher mit füttern. Sobald man das Fleisch an der Angel ins Wasser warf, spürte man ein kleines ziehen und sobald man unter Jubel und Freude die Schnur aus dem See zog, war das Fleisch abgeknabbert. Piranhas sind schlauer als gedacht. Zwar gelang es einigen etwas zu fangen, aber es war nie ein Piranha. Einmal gelang es mir auch einen Fisch aus dem Wasser zu ziehen, aber vor lauter Aufregung fiel er mir zurück ins Wasser, bevor ich ein Erfolgsfoto machen konnte.


 Am Nachmittag ging es auf zu den Pferden, Horstbackriding! Und ganz ehrlich, Pferde sind nicht so mein Ding. Könnte aber auch daran liegen, dass die Pferde total abgemagert waren, und obwohl ich immer lieb zu meinem Pferdchen redete, ich trotzdem einen Zweig als Peitsche in die Hand gedrückt bekommen habe, da wir die langsamsten waren. 
Der Ausritt war sehr lang und es war sehr heiß, so endete der Ritt und die Tour für 14 Leute von uns mit einem Sonnenstich, aber zum Glück hatten wir eine Medizinerin mit an Bord.


Und dann ging es für uns alle wieder nach hause. "Nach Hause". Nach damals nur drei Monaten in Brasilien, freute ich mich auch schon wieder nach hause zukommen. Aber dennoch war der Abschied sehr schwer, denn die meisten werde ich wohl nie wieder sehen. So hat es schon einen Hauch von Ironie wenn man mit einem "See you" verabschiedet wird. 


"See You"