Freitag, 13. Dezember 2013

Aufbruch in mein neues Zuhause

Meine erste brasilianische Familie, mein erstes brasilianisches Haustier, mein erstes typisch brasilianisches Essen, mein erster Weihnachtsbaum aus Plastik, mein erster brasilianischer Film, meine ersten Monate in Brasilien habe ich in diesem Haus verbracht und nun ist umziehen angesagt. Mit diesem Haus verbinde ich meine ersten Erinnerungen in und an Brasilien. Wenn ich drüber nachdenke nur positive und jede war so besonders. Egal ob es wirklich ums exotische Essen ging oder ums portugiesisch lernen oder einfach ganz andere Verhaltensweisen in Brasilien, ich habe sie hier kennen gelernt. Angekommen bin ich mit drei Taschen, verlassen habe ich es mit sieben, klingt allerdings schlimmer als es wirklich ist, denn ich denke, dass meine Mama begnadeter ist beim Einpacken als ich es bin.

Ich war wortwörtlich am sieben Sachen packen
Aber nicht nur, dass sich irgendwie drei Taschen mehr dazu geschlichen haben, sind meine Koffer sind auch voll mit Erinnerungen. An meinem Blazer könnt ihr sehen, dass er sich gefüllt hat, zwar ist er für meinen Geschmack immernoch viel zu leer, aber ich bin mir sicher, dass sich das noch ändern wird.
Abschiede, wer mag das schon? Also meine erste Gasteltern ganz bestimmt nicht, denn sie verließen das Haus schon extra früher, da sie nicht sehen wollten wie ich das Haus verlasse.Kurz darauf holten meine neue Gastmama und meine Schwester mich ab und als wir es irgendwie geschafft hatten all meine Sachen in dem Auto unterzukriegen, blieb mir noch ein letzter Blick zurück, aber ich muss sagen, ich war sehr glücklich. Nicht, dass ich all dies verlassen werde, sonder weil ich wusste wie toll meine neue Gastfamilie ist und das es eine tolle Zeit werden würde.

Kurz für euch zur Info, man wechselt von Rotary aus die Familien, ich wechsle nicht, weil ich irgendwelche Probleme hätte. Mir persönlich gefällt dieses Prinzip, da man dadurch verschiedene Familien, mehr Leute, andere Sitten, andere Häuser, mehr Geschwister und andere Freiheiten kennen lernt. Natürlich ist es immer schwer Abschied zu nehmen, aber man bleibt ja in der selben Stadt und daher kann man sich immer noch sehen.

Angekommen in meinem neuem Haus hatte ich ein Dauergrinsen in meinem Gesicht, es ist einfach unbeschreiblich anders, und genau das gefällt mir. Nein, es ist nicht so, dass mir mein altes Zu hause nicht gefallen hat, aber es ist doch viel spannender, wenn es unterschiedlich ist!

 




Das Haus, in dem ich wohne ist quasi ein Apartment, in dem beinahe die ganze Familie wohnt, immer in verschiedenen Stockwerken, also hat man immer volles Haus und wird nie alleine sein. Als ich ankam wurde ich auch schon von meinem "kleinem" Bruder und einem Schokokuchen empfangen.











Abend kamen dann so ziemlich das ganze Haus zusammen um mich zu begrüßen, und meine neue mae hatte einfach wunderbares Essen hergerichtet (neben dem Schokoladenkuchen noch eine Marakujatorte und eine Art Tortensandwich).



                      

Und nun bin ich hier erst vier Tage und fühle mich schon wie einen Teil dieser Familie. Was vielleicht noch erwähnenswert wäre, dieses Haus hat es geschafft mich in Weihnachtsstimmung zu versetzen. Ja, ungelogen trotz kurzer Hosen, T-Shirts und Flip Flops bekam ich das Gefühl, dass Weihnachten in der Luft liegt, denn das ganze Haus ist weihnachtlich geschmückt.







Freitag, 6. Dezember 2013

Leere Schuhe an Nikolaus

Advent, Advent, kein Lichtlein brennt

- so ähnlich war mein erster Advent in Brasilien.
Hier in Brasilien gibt es nicht so viele weihnachtliche Bräuche, wie die, die wir in Deutschland pflegen. Zum Beispiel habe ich gestern Abend noch einmal sicherheitshalber meine Schuhe geputzt und sie auf meine Terrasse gestellt, aber heute Morgen waren sie leer. Ich habe drei Vermutungen wo das Problem seien könnte: 1. In Flip Flops kann man keine Geschenke verstecken, 2. Eine Papaya wäre einfach viel zu groß als Ersatz für die Mandarinen und würde die Flip Flops wohl kaputt machen oder aber 3. dem Nikolaus war es einfach zu heiß in seinem dicken Mantel, sodass er es sich anders überlegt hat. Und da man jeden anderen Erwachsenen, der mit einer Weihnachtsmütze und einem Sack vor meiner Balkontür gestanden hätte, vermutlich einbuchten würde, gab es dieses Jahr nichts zum Nikolaus.

Einen anderen wunderschönen Brauch kennt man hier in Brasilien ebenfalls nicht. Als ich ihn gestern Abend meiner Familie zeigte, reagierten meine Brüder mit einem: „Häh Mama, wieso haben wir so etwas denn nicht?" Vielleicht könnt ihr euch ja schon denken worum es geht? Die Tradition, die wohl von allen Kindern am Meisten geliebt wird: Der Adventskalender. Der schwierige Teil bestand nicht darin, ihnen zu erklären wie das System funktioniert, sondern die Herausforderung war, ihnen das Wort "Adventskalender" beizubringen.

Aber als dann alle ihre Geschenke bis zum fünften Tag auspacken durften, machten wir stolz ein Foto:



Auf der rechten Seite könnt ihr unseren Weihnachtsbaum sehen. Allerdings ist er nicht halb so groß wie er aussieht, er steht auf einem Tisch. Und zum ersten Mal hat meine Familie nicht das Problem, dass der Baum nadelt, sondern dass der Schnee fällt. Denn eigentlich ist das Bäumchen grün, aber es wurde so viel Styropor auf ihn gepackt, dass unser Hund in der guten Hälfte baden konnte. Ebenfalls ist der Weihnachtsbaum nicht echt oder doch echt, nämlich echt aus echtem Plastik.

Darauf euch allen einen frohen Nikolaus mit etwas Schnee und einem an jedem Tag gut gefüllten Adventskalender!

P.S.: Dieser Blog wurde auf meinem sonnigen Balkon verfasst.