Für vier Tage mal eben 460 km fahren, für mich sehr brasilianisch.. Und ich hatte bereits ja schon einmal beschrieben, wie das Autofahren hier so abläuft. Aber ohne Spaß, nach so ca. 6 h brasilianischem Autofahren kann man Seekranker werden als auf einem Boot im Sturm. Eigentlich war ich sehr müde und wollte einen Großteil der Fahrt schlafen, wurde allerdings aufgehalten durch: Löcher in der Straße, Huckel, lautem und vielem Hupen, sehr scharfe Kurven, schnelle und ruckartige Überholmanöver und von meiner mae, die mir alle 5 min was zu Essen oder zu Trinken angeboten hat.
Durch diese Autofahrt habe ich gelernt, wofür dieses Etwas existiert:
Nein, es ist nicht als Mülleimer gedacht und nein glaubt mir, auch nicht um die Tür zu schließen, sondern als Sicherheitsgriff wenn der Fahrer mit 170 km/h einen Polizeiauto im Überholverbot überholt und man feststellt, dass der Fahrer des Autos gerade eine SMS schreibt.
Als wir dann am Abend im Apartment ankamen , wurde mir mitgeteilt, dass ich mir zwar mein Zimmer mit meinen Brüdern teilen müsse, aber das ich das Bett bekommen würde. Eigentlich sollte das ja kein Problem sein, aber in den Nächten veranstalteten meine Brüder so ein Schnarchkonzert, dass ich aufgewacht bin und erstmal nichtmehr einschlafen konnte. Am nächsten Morgen wurden wir wie immer zum Frühstück geweckt und aus irgendeinem Grund stand deutsche Geschichte auf dem Morgenprogramm. Aber was mich gewundert hat, war, dass meine paes erstaunlich viel wussten. Dafür, dass ich schonmal gefragt wurde, ob ich unseren Bundeskanzler Hitler denn mögen würde, war ich stolz auf meine Familie. Dannach fuhren wir quer durch Salvador und ein paar Ecken kamen mir schon bekannt vor wie zum Beispiel diese Kirche:
Die ganzen Bänder haben Touristen gebunden, mit drei Knoten und drei Wünschen sind sie befestigt. Und wenn sich das Band löst gehen die Wünsche in Erfüllung.
Wir fuhren weiter zu einem riesigem Einkaufszentrum "Shopping Salvador", das so riesig war, dass mein pai spottete, dass an einem Tag mehr Leute das Zentrum besuchen, als meine Stadt Einwohner hat. Zwar war das als Witz gesagt, aber da dieser Tag der Tag der Kinder war, vermute ich, dass ganz Schüttorf zweimal hätte rein und rausspazieren können. Das Shopping hatte einen bestimmten Sinn: Ein vornehmendes Kleid für meine mae und ehrlich gesagt, hätte ich den Vertretern des männlichenGeschlechtes etwas mehr Ausdauer zugetraut. Und ganz ohne Witz, ich hatte etwas mitleid mit meiner mae, da sie mir sagte, dass es immer so wäre. Aber als Strafe für ihre Ungeduld rächte sie sich mit dem Kauf von Anzügen an ihnen.
Am nächsten tag gab es Churrasco mit der gesamten Familie aus Salvador. Churrasco ist eine Art Grillen, allerdings wird nicht für jeden sein eigenes Steak gegrillt, sondern ein riesiger Fleischklotz. Mit diesem Klotz von Fleisch wir dann von Teller zu Teller gelaufen und wenn man diese Sorte Fleisch möchte, wird ein Stück frisch auf deinen Teller geschnitten. Da die gesamte Familie meines pais uns besuchem würde bereiteten meine mae und ich Beilagen vor. Wir machten ein Brot, was mit einem Dip bestrichen gebacken wurde. Der Dip bestand aus 300 g Mayonaise, 2-3 EL Butter mit Salz und Knoblauch. Wie war das nochmal mit dem Fitnessstudio?
Am letzten Tag fuhren wir nochmal in das Einkaufszentrum, welches übrigens das größte in Lateinamerika ist. Und es ist schon fast verrückt, denn beinahe hätte ich schreiben können, dass wir es mir einem neuem Hund verlassen haben. Am letzten Abend gab es Straganoff , was mich an meine deutschen Großeltern hat denken lassen, denn immer wenn sie Weihnachten kommen, wird Stroganoff gegessen. Vielleicht würden wir Weihnachten dieses Jahr auch hier verbringen, auf einem Tisch stand noc hein kleiner Fakeplastiktannenbaum mit Kunstschnee vom letzen Jahr.
Dann ging es am nächsten tag wieder zurück und obwohl der Großteil der Fahrt aus Stau bestand, ging sie mit etwas schlaf recht schnell vorbei.
Ich freue mich schon, wenn ich das nächste Mal herkommen kann und ehrlichgesagt, hat mich dieses Wochenende noch näher mit meiner Familie gebracht.