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"Vai com deus!", dies waren die Worte, die mir unsere Hausfrau zu rief, während mein pai versuchte meinen Koffer in den Kofferraum zu hieven. Ich hatte die Wahl gehabt zwischen meinem Handgepäckköfferchen und meinem großen "Brasilienkoffer", vielleicht könnt ihr euch denken, wie die Entscheidung ausgegangen ist. Am Flughafen fand ich Emily, aus Taiwan, die mit mir zusammen die Reise antreten würde. Als wir zur Sicherheitkontrolle gehen wollten, nahmen mich meine paes noch einmal in den Arm und verabschiedete mich.
Die Reise ging wohl los mit dem schönstem Flugzeug auf der Welt:
Nach ein paar Apfeltaschen, sinnlosem herumsitzen, Flughafen erkunden, Leute beobachten, Gratisessen im Flugzeug, Harry Potter auf portugiesisch und dem Tauschen meines Fluges, kamen wir in Curitiba an.
Und jetzt mal Hand aufs Herz, wer von euch hat gedacht, dass es in Brasilien immer warm ist? Diejenigen muss ich jetzt leider enttäuschen , denn als wir am nächsten Morgen in den Bus einstiegen, zeigte das Thermometer ganz knapp noch eine zweistellige Temperatur an. Nach einem Tag im Bus sitzen, schlafen, essen , Karten spielen, Filme gucken, Musik hören, singen und neue Leute kennen lernen, kamen wir am sehr spätem Abend in Bonito an.
Und die Stadt macht ihrem Namen alle Ehre! Aber dies würden wir in den nächsten Tagen erleben. Einer der vielen Schönheiten bekamen wir schon am nächsten Tag zu sehen:
Einen Tucan! Wir sahen ihn während unserer Riferraftingtour. Bei einem bin ich mir ganz sicher, wenn das ganze nicht mit einer Wasserschlacht geendet wäre, hätten wir noch mehr Tiere sehen können. Aber nachdem wir auch den letzten Wasserfall herunter gerutscht sind, dümpelten wir so lange im Wasser herum, bis wir wieder zum Hotel zurück mussten.
Der erste Tag war schon einmal sehr gelungen und der zweite sollte es auch werden, denn an diesem Tag gingen wir Wasserfälle besuchen.
Wir teilten uns in Gruppen ein und wurden in Neoprenschuhe gepackt und mit Schwimmwesten verschnürt. Nachdem wir ein Stückchen mit einem Track gefahren sind, wanderten wir durch einen Urwald zu den Wasserfällen. Ich weiß nicht wie viele Wasserfälle wir besucht haben, aber es war schon witzig, dass sie trotzdem alle anders waren und alle besonders waren.
Wasser stand auch wieder auf dem nächsten Tagesplan, aber dieses mal mehr unter Wasser. Wir waren schnorcheln und es war einfach wunderschön, eine halbe Stunde unter Wasser gewesen zu sein; diese Stille und die Nähe der Fische, es war einfach unbeschreiblich!
Und als ob das Morgenprogramm nicht schon gut genug gewesen wäre, ging es am Nachmittag genauso gut weiter. Wir besuchten eine Schlangenfarm. Zuerst dachten wir, dass uns ein langweiliger Vortrag von wegen Schlagen und Menschen und Natur gehalten werden würde, aber dem war nicht so! Der Vortrag fing ungefähr so an: "Alles was ich jetzt bin, mein Familie, mein Beruf, meine Schlagen, mein Leben, all dies habe ich dem zu verdanken, dass ich genauso wie ihr, ein Rotaryaustauschschüler war." Und es gelang ihm tatsächlich alle zu überzeugen eine Schlange zu berühren, selbst wenn manche unter Tränen versuchten Widerstand zu leisten, seine Überzeugungskraft war zu gut.
Am nächsten Tag standen wir früh auf und fuhren mit dem Bus zu einem kleinem Supermarkt und kauften kleine Spielzeuge. Denn wir würden an diesem Vormittag einen Kindergarten besuchen, in den Kinder aus ärmeren Verhältnissen gehen. Wir spielten den ganzen Vormittag mit ihnen und eigentlich machten sie einen ganz glücklichen Eindruck, aber als man uns nachher Geschichten von ihnen erzählten, wurde einem doch ganz anders. Es ist halt eben eine andere Welt.
Als nächstes führte uns unser Weg zu einer wunderschönen Tropfsteinhöhle. Eigentlich kennen wir ja alle Tropfsteinhöhlen in/- und auswendig und diese spannenden Führungen, wo man einem andrehen will, wie einzigartig diesen Stalagmiten sind. Aber diese Höhle war anders, hier ging es nicht darum, was jetzt Stalaktit, Stalagmit oder Stalagnat sind, sondern es ging um das Wasser. Durch die Sonne und einer Reflexion des Wassers scheint es in einem wunderschönem Marineblau.
Am Abend ging es dann in die Innenstadt von Bonito! Uns wurde Eis ausgegeben, aber ohne Witz, dies war einer der schwersten Entscheidungen, es gab circa 30 verschiedene Eissorten, von denen man sich für zwei entscheiden sollte. Auch wenn ich persönlich mehr als die Hälfte nicht kannte, da es irgendwelche exotischen Früchte waren hätte ich am liebsten alle probiert.
ZACK! So ging es am nächsten Tag weiter! Der Tag war gefüllt mit Programm: Zuerst ging es wieder aufs Wasser. Wir setzen uns zuerst in "Donouts" die mit Luft gefüllt waren und glitten mit ihnen einen Fluss mit kleinen Wasserfällen hinunter. Anschließend ging es weiter mit dem Bogenschießen, wobei wir Austauschschüler selbst die Sicherheitswand durchschossen. Zum Schluss gingen wir noch in einen Hochseilgarten, bis zu 15 m über dem Boden kletterten wir munter mit Kabinerhaken, Netzen und Drahtseilen. Als Krönung gab es am Ende eine Seilbahn die uns ins angenehm kühles Flusswasser rutschen ließ.
Als wir darauf warteten, dass alle Gruppen ihre Aktivitäten beendet hatten, bekamen wir eine weitere Schönheit zu sehen. Einer Freundin gelang ein perfekter Schnappschuss :
Dies war ein wunderschöner letzter Tag in Bonito, im Morgengrauen würde es weitergehen und zwar nach Pantanal.
Und damit ging die Katastrophe los. Alles lief eigentlich glatt, wir schliefen. redeten, aßen, redeten, schauten filme, redeten und so weiter aber dann machten wir auf einmal Halt mitten im Nirgendwo. Zuerst dachten wir noch, dass die Busfahrer sich verfahren hatten, aber als dann der Motor ausging und damit auch die Klimaanlage fragten wir uns schon was los war. Uns wurde erklärt, dass unser Bus leider kaputt gegangen wäre. Am Anfang war es kein Problem, durch das Lautsprechermikrofon sangen wir Karaoke und machten eine kleine Feier im Bus. Aber mit der Zeit wurde es heißer und heißer und da die Sonne zu stark war und es draußen kein Schattenplätzchen gab mussten wir mit alleman im Bus bleiben. Sagen wir so, mit der Zeit wurde es etwas stickig und heiß, so heiß und stickig, dass wir nach einer Stunde den Bus verlassen durften und an die frische Luft durften
und somit das Mückenbuffet eröffneten.
Insgesamt mussten wir mehr als eine Stunde auf den nächsten Bus warten, da wir ja irgendwo im nirgendwo waren. Aber als der Bus dann endlich ankam, ging es weiter. Zwar hatte dieser Bus auch keine Klimaanlage aber dafür Fenster. Nunja, sagen wir so, der Bus war etwas speziell, aber auf jeden Fall war er etwas besonderes!
Nachdem unser Track dann auch noch eine Reifenpanne hatte kamen wir endlich in unserem Hotel an. Wir alle wollten einfach nur eine Dusche nehmen und sich ein bisschen bewegen, aber da wir soviel Zeit verloren hatten, mussten wir unser Tagesprogramm doch noch durchziehen. Also ging es für meine Gruppe direkt nach dem Ankommen los auf eine Safari. Obwohl jeder eine Dusche und ein Abendessen bevorzugt hätte machten wir uns los in einem Track. Wir fuhren dem Sonnenuntergang entgegen, wobei wir uns fragten, wie wir denn Tiere finden sollten und sie fotografieren sollten, wenn es denn schon dunkel sein würde. Aber die ersten Tiere die wir sahen waren Kühe, Pferde, Aligatoren, Eulen, Straße.. nichts so besonderes. Ja klingt vielleicht etwas verwöhnt, aber all
diese Tiere hatten wir schon im Hellen gesehen.Und da es mit der Zeit schon stock düster war, konnten wir kaum noch Bilder machen und da vor lauter Mücken unsere Kameras sie fokussierten, sieht das beste Bild des Highlights der Safari so aus:
Ja, wir konnten unseren Augen kaum glauben und auch die Safarileiter bestätigten uns unser Glück, denn dieses Ozelotbaby sahen wir als einzige.
Das waren uns dann alle Mückenstiche wert, denn wann bekommt man so eine Chance ein weiteres Mal, außer im Zoo? In der deutschen Natur ganz bestimmt nicht.
Am Abend ging das Programm weiter: Übernachten in der Wildnis mit Lagerfeuer, Kartoffeln, Marshmallows, Gitarren, Gesang, Talentshow der Länder und Taschenlampenbilder. Aber dann wurden wir gewarnt: Wenn sie uns sagen, dass wir in unsere Zelten gehen sollen, müssen wir dort bleiben. Denn hier gibt es Schlangen und ein gefährliches Tier, welches das Geräusch von Zähnen die aufeinander schlagen machen.
Irgendwann mitten in der Nacht bin ich wach geworden und tatsächlich habe ich die Tiere gehört. Schnell machte ich all meine Mitzelter wach und wir lauschten dem Klappern der Zähne und waren total aufgeregt.
Als wir am nächsten Tag nach dem Namen der Tiere fragten, verrieten sie uns, dass die Tiere gar nicht gefährlich waren, sie wollten nur nicht, dass wir die Zelte verlassen.
Der nächste Tag und letzte Tag fing damit an, dass wir eine Wandersafari machten. Allerdings sahen wir kein einziges Tier nur Mückenstiche. Nach dieser Safari durften wir unser Glück beim Fischen versuchen:
Allerdings hatte sie Sache recht wenig mit fischen zu tun, eher mit füttern. Sobald man das Fleisch an der Angel ins Wasser warf, spürte man ein kleines ziehen und sobald man unter Jubel und Freude die Schnur aus dem See zog, war das Fleisch abgeknabbert. Piranhas sind schlauer als gedacht. Zwar gelang es einigen etwas zu fangen, aber es war nie ein Piranha. Einmal gelang es mir auch einen Fisch aus dem Wasser zu ziehen, aber vor lauter Aufregung fiel er mir zurück ins Wasser, bevor ich ein Erfolgsfoto machen konnte.
Am Nachmittag ging es auf zu den Pferden, Horstbackriding! Und ganz ehrlich, Pferde sind nicht so mein Ding. Könnte aber auch daran liegen, dass die Pferde total abgemagert waren, und obwohl ich immer lieb zu meinem Pferdchen redete, ich trotzdem einen Zweig als Peitsche in die Hand gedrückt bekommen habe, da wir die langsamsten waren.
Der Ausritt war sehr lang und es war sehr heiß, so endete der Ritt und die Tour für 14 Leute von uns mit einem Sonnenstich, aber zum Glück hatten wir eine Medizinerin mit an Bord.
Und dann ging es für uns alle wieder nach hause. "Nach Hause". Nach damals nur drei Monaten in Brasilien, freute ich mich auch schon wieder nach hause zukommen. Aber dennoch war der Abschied sehr schwer, denn die meisten werde ich wohl nie wieder sehen. So hat es schon einen Hauch von Ironie wenn man mit einem "See you" verabschiedet wird.
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| "See You" |































